Monet in Bordighera
Im Jahr 1884 verbrachte Claude Monet, der Vater des Impressionismus, einige Monate in Bordighera an der ligurischen Westküste. Sein Aufenthalt von Januar bis April war eine Zeit großer Inspiration und führte zu einigen der faszinierendsten Werke seiner Karriere. Von der südlichen Lichtfülle und den intensiven Farben der Landschaft angezogen, fand Monet in Bordighera eine unerschöpfliche Quelle des Staunens. „Alles ist wunderbar, und jeden Tag wird die Landschaft schöner, ich bin verzaubert von diesem Land“, schrieb er an seinen Pariser Kunsthändler Durand-Ruel.
Monet ließ sich in der Pension Anglaise nieder und arbeitete „en plein air“, wobei er die unzähligen Blautöne von Meer und Himmel, das üppige Grün der Vegetation und die leuchtenden Farben der Zitrusfrüchte auf die Leinwand bannte. Besonders beeindruckt war er vom Giardino Moreno, den er als „phantasmagorisch“ beschrieb, ein einzigartiger Ort, an dem „alle Pflanzen des Universums scheinbar spontan wachsen“.
Während seines Aufenthalts erkundete Monet die Via Romana, die Altstadt von der Torre dei Mostaccini aus und das Vallone del Sasso, wobei er sich auch ins Hinterland wagte. Die Landschaften von Bordighera faszinierten ihn und inspirierten ihn dazu, ihre Schönheit mit unvergleichlicher Meisterschaft darzustellen. Trotz seiner Zufriedenheit mit seinen Werken trieb ihn – wie jeden großen Künstler – der Wunsch an, seine Vision zu perfektionieren. Seine Worte spiegeln diesen Drang wider: „Ich möchte Orangen- und Zitronenbäume malen, die sich gegen das blaue Meer abheben, aber ich finde sie nicht so, wie ich es möchte.“
In nur 79 Tagen schuf Monet achtunddreißig Gemälde und hinterließ damit einen unauslöschlichen Eindruck in der Geschichte des Impressionismus sowie eine besondere Verbindung zu Bordighera. Heute ehrt die Stadt den großen Meister mit Gärten, die an die Atmosphäre des inzwischen verschwundenen Giardino Moreno erinnern.
Bildquelle: https://it.wikipedia.org/wiki/Claude_Monet