Villa Garnier

Im März 1871, nach den dramatischen Ereignissen des Deutsch-Französischen Krieges, hielt sich Garnier in der Stadt Menton in der Villa Santa Maria auf, als Gast der Familie Viale. Im darauffolgenden Mai erwarb er ein Grundstück in Bordighera, um dort seine Residenz an der Riviera zu errichten – ein idealer Ort für seine Sommeraufenthalte.

Um seinen Wunsch zu verwirklichen, wählte er einen mystischen Ort, an dem sich eine Kapelle befand, die dem heiligen Sebastian gewidmet war, in der Gegend von Arziglia. Die kleine Kirche, die seit 1849 als Jungenschule genutzt wurde, lag außerhalb der Stadtmauern auf einem sehr steilen Gelände in Meeresnähe, an der Straße, die zum Anlegeplatz der Fischer von Bordighera führte.

Villa Garnier

Garnier verliebte sich in dieses eindrucksvolle Gelände, das von Palmen umgeben war, und bot der Gemeinde die beträchtliche Summe von 6.000 Lire für den Kauf an.

Ein Zeugnis der Gastfreundschaft und des kosmopolitischen Charakters der Besucher findet sich in den Manuskripten seines Sohnes Christian: Ein bemerkenswertes Dokument enthält den Hinweis „Um den Garten der Villa Garnier zu besichtigen, bitte an der zweiten Tür klingeln“ – übersetzt in neununddreißig verschiedene Sprachen, darunter Javanisch, Siamesisch, Sanskrit, Malaiisch, Armenisch, Hebräisch, Chinesisch…

Zu den Bäumen, die den Park bereicherten, gehörten Olivenbäume und Dattelpalmen, die der Umgebung einen orientalischen Charakter verliehen. Gleichzeitig verstärkten Opuntien, Feigenbäume, Zitronen, Mispelbäume und Sukkulenten das mediterrane Flair. Edmondo De Amicis, der in Bordighera verstarb, bezeichnete diesen Garten als „den Palast der Palmen“.