Charles Garnier
Über Arziglia erhebt sich die elegante weiße Silhouette der Villa Garnier, der privaten Residenz des berühmten französischen Architekten Charles Garnier (1825–1898), des Erbauers der Pariser Oper — des größten europäischen Theaters des 19. Jahrhunderts — sowie des Casinos von Monte Carlo und der Sternwarte von Nizza.
In Bordighera, wo er viele Jahre lebte, entwarf Garnier unter anderem die Villa Bischoffsheim (später Villa Etelinda genannt), das Schulgebäude, das heute das Rathaus beherbergt, die Kirche Terrasanta und die Villa Studio. Und natürlich seine eigene Villa.
1871 kaufte er das Grundstück, das damals noch abgelegen lag, in herrlicher Lage oberhalb des Strandes direkt über dem Meer. Um seine Privatsphäre und die Aussicht zu sichern, erwarb er später mit insgesamt neunundzwanzig Kaufverträgen weitere Grundstücke und vier angrenzende Villen.
Rund um die Villa ließ er einen terrassenförmig angelegten Park mit Palmen und Orangenbäumen anlegen.
Nach dem Tod des Architekten wurde die Villa zunächst von einer amerikanischen Familie bewohnt und ging später an die Diözese Ventimiglia über. Seit 1954 gehört sie den Schwestern des Heiligen Josef von Aosta.
In dieser Villa schrieb Garnier „Les sujets artistiques de Bordighera“, ein Werk für vorbeiziehende Künstler, die vielleicht nicht in diesem wunderschönen Winkel der Welt verweilen würden. Er empfahl ihnen „jene Orte, die sie kennen sollten, wenn sie die tausend so ungewöhnlichen und typischen Eindrücke bewahren möchten, die Bordighera zu einer einzigartigen Stadt machen“.
Garnier richtete sich auch an die Stadtverwaltung und empfahl ihr, „so lange wie möglich“ mindestens drei Ansichten der außergewöhnlichen Landschaft Bordigheras zu bewahren: die Altstadt, das Vallone del Torrente Sasso und das Kap Sant’Ampelio.
Aus „Bordighera“ von A. Besio, 1998, SAGEP-Genua.
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